Auf dem Wunschzettel zum Gemeinwohl stand Sauberkeit in der Stadt ganz oben
Fortschritte bezüglich der Stadtverschönerung gaben Anlass zu einem Beitrag in der Neubrandenburger Zeitung vom 03. November 1899. Gleichzeitig wird eine Mahnung für die Reinhaltung der Straßen ausgesprochen.
„In Nr. 242 dies. Ztg. wurde in einer längeren Ausführung auf den erfreulichen Aufschwung hingewiesen, den unsere Stadt namentlich in ihrer äußeren Ausstattung unter Benutzung der vorhandenen Vorzüge in den letzten drei Decennien genommen hat; wie hierin einerseits eine freudige Schaffenslust bekundet wird, so giebt sich zugleich auch ein reges Streben zu erkennen, nach Möglichkeit zu verbessern und zu verschönern. Dürfen wir ob dieser Errungenschaften nun unsere Hände in den Schoß legen und übermüthig uns einbilden, "daß wir's nun so herrlich weit gebracht?" Unser um das Gemeinwohl unserer Stadt so hochverdienter Bürgermeister Hofrath W. Ahlers äußerte sich vor Jahren über ein solches Gebahren: "Unsere schöne Stadt legt uns, eben weil sie eine so schöne Stadt ist, auch größere Verpflichtungen auf, als wir bei geringen Vorzügen sie haben würden. Wir müssen also das Ziel unserer Aufgaben uns weiter stecken, und es zeigt sich, resp. Fehlt leider noch so Manches, was uns eben nicht zur besonderen Ehre gereicht, was selbst den fremden Reisenden auf den ersten Blick auffällt und was wir nicht säumen sollten, baldigst resp. Zu beseitigen und herzustellen." Es ist, als ob dieses ernste Mahnwort in vielen Sachen der Leitstern in der fortschrittlichen Entwickelung unserer Vorderstadt gewesen ist; denn nicht nur bei Anlage von Verschönerungen, sondern auch auf anderen Gebieten hat sich gleiche Regsamkeit gezeigt. Trotzdem giebt es in unseren städtischen Verhältnissen noch Manches zu verbessern, herzustellen und zu beseitigen. Es mag an dieser Stelle nur an einige lang gehegte Wünsche erinnert werden: Die Beseitigung der namentlich in der heißen Jahreszeit unsere Geruchsorgane belästigenden und die öffentliche Gesundheit gefährdenden Unreinlichkeit der Zwischenhäuser, sowie der Straßenrinnsteine. Dieser Uebelstand wird wohl nur durch Anlage der noch fehlenden öffentlichen Wasserleitung gründlich und zu allgemeiner Zufriedenheit erledigt werden können. Eine Wasserleitung wäre auch besonders hinsichtlich unserer Wallgräben und Canäle und der aus ihnen namentlich während der heißen Jahreszeit entsteigenden schlechten Ausdünstungen wünschenswerth. Ebenso vernothwendigt sich eine bessere Ueberwachung der Dungabfuhren über die Straßen, die nur mit solchem Geschirre zulässig sein sollten, welches das Herabfallen des Dunges und namentlich das Abfließen der Jauche und die Verunreinigung der Straßen dadurch verhindert.“