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Die Samoa-Sammlung 

Die Grundlage dieser Sammlung legte der Exil-Neubrandenburger Dr. Bernhard Funk. Im 19. Jahrhundert siedelte Funk als Arzt auf die Inselgruppe Samoa (Polynesische Inseln) im Pazifischen Ozean um.

Aus einer Bildungsbürgerfamilie stammend zog es den 1844 Geborenen zum Medizinstudium nach Berlin und Tübingen. Ab Ende der 1870er Jahre lebte er in der heutigen Hauptstadt Apia auf der Insel Upolu. In zweiter Ehe heiratete Funk die Samoanerin Senitima, Tochter des Häuptlings Talea.

Dr. Bernhard Funk war wissenschaftlich vielseitig interessiert. Neben Studien zur Meteorologie sprach er fließend samoanisch. Stets suchte er den Kontakt zu den Inselbewohnern. Sein besonderes Interesse galt der einheimischen Kultur, die er unter anderem in seinem Haus in Form von Bräuchen pflegte. Er übereignete durch Verkauf im Jahre 1894 und Schenkungen im Jahre 1902 einen Teil seiner Sammlung an das Museum seiner Heimatstadt Neubrandenburg. Dr. Bernhard Funk begab sich schwerkrank in Hoffnung auf medizinische Hilfe nach Berlin, wo er am 8. April 1911 verstarb. Er kehrte nicht wieder nach Samoa zurück.

Bestand

Von den ursprünglich 250 Objekten, die Funk übergeben hat, stellt die Sammlung mit circa 120 Ethnographica sowie rund 60 Fotografien von den Inseln Melanesiens und Polynesiens den Großteil der völkerkundlichen Bestände des Regionalmuseums.

Der Schwerpunkt liegt auf den Samoa-Inseln und dem Bismarck-Archipel. Abgesehen von wenigen angefertigten Modellen handelt es sich um originäre Gegenstände, die im Alltag der Menschen benutzt wurden. Sie markieren einen Zeitpunkt an dem sich der Kontakt zu den Europäern intensivierte. Besonders die Malanggan-Masken aus der Provinz Neu-Irland in Papua-Neuguinea sowie die Tapa (Stoffe aus Rindenbast) sind aufgrund ihres Erhaltungszustandes und ihrer Qualität hervorzuheben.

Diese Sammlung ist aus konservatorischen Gründen nur im Rahmen von Sonderausstellungen zu sehen.