Ausflüge mit dem Dampfboot
Bereits im Februar wurden die Vorbereitungen getroffen für ungetrübte Ausflüge mit dem Dampfboot im nahenden Frühjahr. Die Abfahrtstelle des Dampfers lag zu dieser Zeit noch am Ende des Oberbachs und die Fahrrinne musste ständig gepflegt werden.
Die Neubrandenburger Zeitung vom 18.02.1885 berichtete:
„Um eine genügende Ausfahrt für das Dampfschiff „Fritz Reuter“ aus dem Ober=Bach in den Tollensesee zu gewinnen, wurde seit einiger Zeit Baggerungen an den seichten Stellen vorgenommen. Am Kropf war der Wasserstand ein so geringer, daß bei den Probefahrten im Herbste, obgleich der Wasserstand der Tollense im Allgemeinen ein ziemlich hoher war, das Dampfschiff den Grund erreichte. Es werden nun an einzelnen Stellen mittels Handbagger einige Fuß Erdmasse herausgehoben, und um eine Versandung vorzubeugen, ist bereits ein Holz=Molo hergerichtet worden. Alle diese Arbeiten sind aber nur mit einem erheblichen Kostenaufwand auszuführen und bezeugen auf's Beste, daß der Besitzer des Dampfschiffs nichts verabsäumt, um eine bequeme und sichere Wasserverbindung auf unserem herrlichen Tollensesee herzustellen.“ Alljährlich musste die Wassertiefe bzw. Verlandung der Fahrstrecke geprüft werden. Das Dampfboot wurde bereits seit dem Sommer 1877 auf dem Tollensesee eingesetzt und erfreute sich
großer Beliebtheit. Das Eintreffen des Bootes hatte für viel Aufsehen gesorgt.
Im Allgemeiner Mecklenburgischer Anzeiger, 25.07.1877 war zu lesen:
„Am Freitag d. W. traf mittelst der Eisenbahn das schon etwa vor 14 Tagen erwartete, auf Actien erbaute Dampfboot von Schwartau bei Lübeck hier ein. Nachdem dasselbe unter Begleitung eines zahlreichen Publikums per Achse nach der Tollense gebracht und
in dieselbe hinabgelassen war, begann man sogleich mit der Aufstellung der Maschine. Heute ist mit dem Boot bereits eine Probefahrt über den Tollenser See gemacht worden. Die, wie verlautet, befriedigend ausgefallen sein soll.“