Seiteninhalt

Dem Bau des Kurhauses Augustabad stand nichts mehr im Wege

Wilhelm Ahlers hat in seinen „Historisch topographischen Skizzen der Vorderstadt Neubrandenburg“ bereits 1876 von dem östlichen hohen Seeufer des Tollensesees mit seinen Fernsichten und Vergnügungsorten geschwärmt. Knapp 20 Jahre später wurde im Jahre 1894 die Aktiengesellschaft „Augustabad“ (benannt nach der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz) gegründet mit dem Ziel, das Terrain für Tourismus und Erholungszecke besser zu nutzen. Die Errichtung eines Kurhauses und einer Villenkolonie mit Strandbad und schattigen Wanderwegen für Erholungssuchende und Erholungsbedürftige war beschlossene Sache.

Nachdem in der Neubrandenburger Zeitung vom 24.01.1895 auf die stattgefundene konstituierende Generalversammlung der Aktiengesellschaft Augustabad hingewiesen wurde, auf der maßgeblich die Weichen zum Bau des Kurhauses Augustabad gestellt wurden, ging es zügig voran mit der Umsetzung der Pläne. Zu dem Zeitpunkt war das Bauholz schon angefahren worden und das Fundament und der Eiskeller des Kurhauses waren bereits fertiggestellt

Erfreulicherweise konnte bereits am 12. Juli 1895 in der Neubrandenburger Zeitung in den „Vermischten Anzeigen“ auf die bevorstehende Einweihungsfeier für das Kurhaus hingewiesen werden:

"Am Sonnabend, den 13. d. M., um 7 1/2 Uhr findet die Einweihung und officielle Eröffnung des Augusta-Bades durch ein Abendessen - Couvert zu 3 Mark - statt. Herren, welche sich an
demselben betheiligen wollen, werden gebeten, sich bei Herrn Schröder oder Herrn Sattler zu melden. Für Gelegenheit zur Rückfahrt ist gesorgt. Der Vorstand der A.-G. Augusta-Bad“

Am 14. Juli 1895 berichtete die Zeitung von der gelungenen Eröffnungsfeier:

"Zu der gestrigen Eröffnungsfeier des Kurhauses Augusta-Bad hatten sich mehr als 60 Personen eingefunden. In Veranlassung der Feier war das Gebäude mit Fahnen und Guirlanden geschmückt worden. Viel der erschienenen Gäste machten zunächst einen Rundgang durch das umfangreiche Gebäude, und alle waren erfreut über die geschmackvolle und comfortable Einrichtung des Kurhauses.

Gleich nach 8 Uhr begann das Festmahl in dem hübsch decorierten Saale. Die Tafel hielt die Gäste in fröhlicher Stimmung bis nach Mitternacht zusammen. Das erste „Hoch“ wurde von Hrn. Dr. Brückner auf die hohe Protectorin des Kurhauses, I. K. Hoheit der Großherzogin ausgebracht und als dann folgendes Telegramm an Hochdieselbe abgesandt: „Großherzogin Augusta, Königliche Hoheit, Neustrelitz. Das erste Hoch im Augusta-Bade weihen wir in festlicher Versammlung dankerfüllten Herzens und in schuldiger Ehrerbietung Eurer Königlichen Hoheit und seiner Königlichen Hoheit, dem Großherzoge. Gott erhalte Sie Beide noch lange unserm lieben Mecklenburg. Im Auftrage: Dr. med. Brückner.“

Später folgten noch verschiedene Reden auf den Vorstand und den Aufsichtsrath der Gesellschaft, den Magistrat unserer Stadt u.s.w. Die dargebotenen Speisen und Getränke waren vorzüglich, und der Wirth, Hr. Schröder, war in jeder Weise bemüht, zum Gelingen der Feier beizutragen. Während der Tafel concertirte in den Nebenräumen unsere Stadtcapelle.“

22.07.2025