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Eine Bitte der Geschäftsleute

Der Aufruf „Kaufet am Orte!" in der Beilage zur Neubrandenburger Zeitung vom 05.12.1889 könnte auch zur heutigen Zeit so übernommen werden vor dem Hintergrund des modernen Internethandels. Auch wenn diese Art des Konsums zu damaliger Zeit unvorstellbar war, gab es in der Geschäftswelt Neubrandenburgs ähnliche Sorgen wie der folgende Beitrag erkennen lässt.

„Die Vorbereitungen der hiesigen Geschäftswelt für Weihnachten haben begonnen oder sind zum Theil bereits vollendet und stellen sich in den arrangirten Weihnachts=Ausstellungen der Oeffentlichkeit in anziehendster Weise dar. In den Schaufenstern herrscht ein erhöhter Glanz, der Spaziergang durch die Straßen im Glanze der abendlichen Beleuchtung zur Betrachtung der aufgestapelten Herrlichkeiten tritt in sein Recht. Dem genügsamen Menschen ist auch das Schauen, Wünschen und Hoffen auf die Weihnachtsfreude eine angenehme Abend=Unterhaltung; der Geschäftswelt wäre sofortiges Einkaufen freilich willkommener. "Kaufet am Orte!" In jedem Jahre zur Weihnachtszeit geht diese Mahnung durch die Zeitungen vorwiegend der kleineren und mittleren Städte, denn die Großstädte bedürfen naturgemäß eines solchen Appells an das Publikum nicht. In richtiger Würdigung der Berechtigung dieser Mahnung schließen wir uns derselben rückhaltlos an und richten unser Ersuchen namentlich an die bemittelten Klassen, welche vermeinen, ihre Weihnachtseinkäufe in der großen Stadt besser vollziehen zu können, weil die Auswahl dort eine größere, weil die Reclame dort eine geschäftigere ist. Wir wollen gerade diesen Weihnachteinkäufen gegenüber dringend hervorheben: versuchet, ehe Ihr nach Berlin oder sonst wohin reiset, eine Wanderung durch unsere Verkaufshallen und wählet hier für Euren Bedarf aus den Beständen das Eure aus, oder beauftragt die Geschäftsleute, Euch Euren Wünschen genehme Artikel zur Ansicht senden zu lassen. Sie alle werden bereitwilligst Euch entgegenkommen und Euch sicher zufriedenstellen.

14.12.2025