Einige Aufsehen erregende Nachrichten am Rande der Badesaison vor über 100 Jahren
Ob ein Diebstahl, ein schlechtes Tauschgeschäft oder „unschickliches“ Baden – hier einige kurze Sommernachrichten, die die Neubrandenburger beschäftigten und heutzutage etwas zum Schmunzeln animieren.
In der Neubrandenburger Zeitung vom 27.06.1906 heißt es:
„Ein dreister Diebstahl wurde gestern in der Mittagsstunde bei der städtischen Badeanstalt ausgeführt. Wie die meisten Radfahrer, so hatte auch der Sekundaner K., während er sich zum Baden begab, sein fast neues Fahrrad neben dem Badehaus hingestellt. Als er aus der Badeanstalt zurückkehrte, war sein Rad verschwunden. Da zuerst ein Scherz seitens eines Kameraden des K. vorausgesetzt wurde, benachrichtigte man die Polizei erst ziemlich spät von dem Vorfall, sodaß der Dieb, der jedenfalls ein Fremder ist, einen großen Vorsprung bekommen haben wird.“
Am 24.07.1908 berichtete die Neubrandenburger Zeitung: „Ein Bäckermeister und ein Schlachtermeister hierselbst saßen Abend beim Badehause gemütlich beim Schoppen Bier. Im Laufe des Gesprächs lobte der Bäckermeister sein Boot, das sich zur Zeit beim Badehause auf den Wellen des Tollensesees schaukelte, während der Schlachtermeister die Vorzüge seines flotten Fuhrwerks, mit welchem er zum Badehause gefahren war, rühmend hervorhob. Letzterer machte den Vorschlag, mit ihren Gefährten zu Lande und zur See zu tauschen, worauf der Bäckermeister auch einging. Er setzte sich sofort auf das eingetauschte Fuhrwerk, fuhr nach seiner Wohnung und brachte das Fuhrwerk zunächst bei einem Gastwirt auf der Nachbarschaft unter. Der Wert des Fuhrwerks, welches der Schlachtermeister am nächsten Tage schmerzlich entbehrte, ist erheblich höher, als der des Bootes. Da nun der Bäckermeister das Fuhrwerk trotz des angebotenen Reugeldes nicht wieder zurücktauschen will, wird die Sache wohl auf dem Klagewege entschieden werden.
„Die Neubrandenburger Zeitung meldete am 29.06.1909 nebenbei: „Berechtigtes Aufsehen erregte gestern auf dem Seewege ein Erwachsener, der von Broda aus einen Spaziergang am Seewege in Adamskostüm unternahm. Er soll vom Badehause nach Belvedere hinübergeschwommen sein. Bei der Seehalle stürzte er sich wieder in die Fluten und schwamm zum Badehaus zurück.“