Kurz vor Frühlingsanfang noch ein Nachtrag zum Winterwetter im historischen Vergleich
In den ersten Wochen des Jahres 2026 hat uns der Winter gezeigt, dass es ihn noch gibt. Auch vor über 120 Jahren berichten Wetteraufzeichnungen von sowohl recht milden und andererseits anhaltend kalten Wintertagen von Dezember bis März.
In der Neubrandenburger Zeitung vom 04.01.1902 wurde Folgendes zusammengefasst:
„Das gelinde Wetter, das wieder während des diesjährigen Weihnachtsfestes geherrscht hat, hat in vielen Kreisen Erörterungen darüber hervorgerufen, wie das Wetter in den letzten Jahren zu Weihnachten gewesen sei … Unter den letzten 15 Jahren sind 5 gewesen,
in denen während des Weihnachtsfestes, in den vier Tagen vom 24. bis 27., mehr oder weniger Frost herrschte. Es waren das 1887, 1890, 1892, 1895 und 1899. Im Jahre 1887 trat, nachdem vorher eine Woche hindurch Regen = und Schneewetter stattgefunden hatte, am heiligen Abend Frost ein, und das ganze Fest hindurch blieb das Thermometer auf -3 bis -9 Grad, wobei viel Schnee fiel.
Dasselbe von vielen so ersehnte Weihnachtswetter herrschte im Jahre 1890.
Auch damals gingen vor Weihnachten starke Niederschläge nieder, sodaß am heiligen Abend elf Centimeter Schnee lagen; dann trat starker Frost ein, der sich in den Feiertagen allmählich bis auf -13 Grad steigerte und in verstärktem Maße bis nach Neujahr anhielt. Im
Jahre 1892 war das Weihnachtsfest bei recht strengem Frost bis -11 Grad und gelegentlichen Schneefällen echt winterlich. Im Jahre 1895 herrschte ebenfalls alle vier Tage hindurch Frost bis zu -10 Grad. Im Jahre 1899 waren die Tage vor Weihnachten sehr kalt; auch
am 24. sank bei Schneewetter das Thermometer noch bis -9 Grad; am ersten Feiertage trat Thauwetter ein, das aber nur 24 Stunden anhielt und am zweiten Feiertage wieder leichtem Frost bis zu -6 Grad Platz machte. …Das bei weitem kälteste Weihnachtsfest in den letzten 50 Jahren hatte 1876, wo die Mitteltemperatur der vier Weihnachtstage -13,8 Grad betrug.“
Noch eine Kurzmeldung vom Februar 1929:
„In Neubrandenburg wurde am 11. Februar mit minus 31°C die tiefste Temperatur seit Aufnahme genauer Messungen registriert.
Im Jahr 1899 war der März ungewöhnlich winterlich. Am 25. März 1899 hieß dazu:
„Der starke Kälterückfall der letzten Tage kommt, nachdem man den diesjährigen milden Winter schon gänzlich abgethan glaubte, ganz überraschend.
Wir haben den ganzen Winter hindurch nicht solchen großen Schneefall gehabt, wie jetzt, und die Temperatur, die oft bereits ganz frühlingsmäßig gewesen war, sinkt infolge der durch die Schneedecke begünstigten Ausstrahlung auf einen für diese Jahreszeit ungewöhnlich niedrigen Punkt herab… Im Jahre 1891 hatten wir eine vom 20. März bis 5. April dauernde Periode kalten, schneereichen Wetters, und im Jahre 1888 sank das Thermometer am 16. März noch bis - 12,4 ° R., und die Schneedecke erreichte in den Tagen vom 20. bis 22. März die Höhe von 25 Ctm. und am 26. März: „In der vorgestrigen Nacht sank das Thermometer auf mehr als - 13 Grad R., und ist dies ist wohl die größte Kälte in diesem Jahre gewesen.“ (Anmerkung: -13⁰ R entsprechen etwa -16⁰ C)