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Vornehmes Café mit »Großstadtflair« und Heilanstalt unter einem Dach

In einer Annonce im Fremdenführer für die Stadt Neubrandenburg wird die Hofkonditorei „C. Zandering“, am Markt/ Ecke Eisenbahnstraße als „größtes und vornehmstes Café Mecklenburgs – Treffpunkt aller Fremden“ angepriesen.

Am 8. Mai 1906 wird in der Beilage zur Neubrandenburger Zeitung von der Wiedereröffnung des Cafés nach der Brandkatastrophe im Jahre 1905 berichtet:

(7. Mai).: „Das heute zur Eröffnung gelangende Café Zandering verspricht durch seine behaglichen Räume und seine gediegene, vornehme Ausstattung den höchsten Ansprüchen gerecht zu werden. Die Einrichtung ist ebenso wie die Außenarchitektur in Barockformen mit Anklängen an die Empirezeit ausgeführt. Die Innenausstattung ist in Mahagoni mit reicher Vergoldung gehalten. Alle Glasteile sind höchst effektvoll in facettierten, geätzten Scheiben resp. geschliffenen Spiegeln ausgeführt. Der Entwurf stammt von dem Architekten Carl Mohr, Charlottenburg. An der Ausführung waren die Firmen H. Giesecke hierselbst, H. Schachtmeyer=Berlin und Kunstmaler Eissing=Charlottenburg in erster Linie
beteiligt. Die Bauausführung hatte Herr Maurermeister Greuel hierselbst.

Das Gebäude ist mit modernsten Einrichtungen, Zentralheizung, Wasserleitung, Warmwasserleitung, Baderäumen, elektrischer Ventilation etc. versehen und bildet eine Zierde unserer Hauptstraße.“

Am 8. Mai erscheint noch eine Kurzmitteilung, die folgendes Resümee zieht:

„Gestern wurden die neuen Räume des Café Zandering eröffnet. Der Besuch war vom Nachmittag bis in die Nacht hinein ein sehr starker. Auch außerhalb des Lokals sah man viel Zuschauer stehen. Das Lokal machte in seiner glänzenden Ausstattung und Beleuchtung bei der starken Frequenz den Eindruck eines großstädtischen Cafés.“

Bereits im April des Jahres 1906 wurde auf eine bevorstehende Besonderheit des Hauses Zandering aufmerksam gemacht.
Die Nachricht in der Beilage zur Neubrandenburger Zeitung vom 11.04.1906 macht neugierig:

„Eine elektrische Licht=Heilanstalt wird Herr Dr. Eberwein aus Berlin hierselbst im Hause des Café Zandering einrichten. In der zweiten Etage sind zu diesem Zweck neun Zimmer gemietet worden, in denen auch u. a. Betten für Patienten zur Aufstellung gelangen.

Auch Röntgen=Behandlung wird zur Anwendung kommen. Wir werden somit demnächst hier am Orte nicht weniger als drei Spezialärzte haben, da auch Dr. Heuschert hier wieder seinen Wohnsitz nimmt. Augen=, Ohren=, Nasen=, Kehlkopf= und Lichtheilkunde wird durch diese Herren, die natürlich mit dem durch die bequemen Eisenbahnverbindungen von allen Nachbarorten nach hier erleichterten Fremdenverkehr rechnen, vertreten sein.

Ferner dürfte die medico=mechanische Behandlung im Institut des Herrn Medizinalrat Dr. Mercker hier mit anzuführen sein…“

10.04.2026